PrenzlauerBerg 01
Urbanisierung des  Prenzlauer Bergs

Derjenige, der mit dem Fahrrad die Prenzlauer Alle hochfährt, spürt, dass es aufwärts geht. Es sind zwar nur 10 bis 15 Meter vom Berliner Urstromtal hoch zur Kante der Barnim-Platte- aber das reicht für das gewisse Mehr an Wind.

Dieser war der Grund, warum im 18. Jahrhundert  auf der Geländeerhebung die größte Konzentration von Windmühlen im Berliner Raum entstand. Die Erhebung selbst ist ein Produkt der Gletscherschmelze am Ende der jüngsten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren.

Noch konnte zur Entstehungszeit des Bildes um 1800 von Industrialisierung nicht die Rede sein, aber Kraftmaschinen wie Mühlen wurden immer mehr gebraucht.  In Berlin hatte man davon sogar etliche auf den ehemaligen Wällen der militärisch wertlos gewordenen barocken Festungsanlage errichtet.

Friedrich der Große hatte auch diesbezüglich die Modernisierung vorangetrieben. In seiner Zeit entstand die größten Konzentration von Berliner Windmühlen auf dieser Anhöhe vor dem Prenzlauer Tor.

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1850 erwirbt Braumeister Wagner das Grundstück am Windmühlenberg. Der Ausschank der Brauerei orientiert sich zur Schönhauser Allee, die damals einen unverbauten Blick auf Berlin bot.

1872 werden die „Brauerei Königstadt AG“ und der „Aktienbauverein Königstadt“ gegründet. Straßen um das Gelände werden terrassiert und Grundstücke in kleinen Parzellen verkauft. Schon zwei Jahre später hat sich das Gebiet urbanisiert.

Die berliner Sozialdemokraten feiern 1880 ihren Sieg im Wahlkreis V in der Brauerei Königsstadt.

1921 wird der Brauerreibetrieb der Königstadt AG an die Kindl Brauerei verkauft und bereits 1925 wird die Ausschankhalle  zum Uraufführungskino der Ufa umgerüstet. Das Gelände wird kleinteilig von verschiedenen Gewerben genutzt.

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Im zweiten Weltkrieg wird ein Teil der Kelleranlage als Luftschutzbunker umgebaut. In anderen Teilen werden elektrische Bauteile für die V-Waffen und Holzvergaseranlagen für Autos produziert. Die Schauseite zur Schönhauser Alle wird weitestgehend zerstört.

Zu Zeiten der DDR  wird das Gelände zwischen 1949 und 1990 durch die Fahrbereitschaft des Staatssicherheitsdienstes und die VEB Möbelproduktion genutzt.

2012 eröffnet die Platoon Kunsthalle in einem Containergebäude in der Baulücke und trägt bis 2017 zur kulturellen Belebung des Kiezes bei.

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